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Das Pöllertal
Eine anspruchsvolle Bachbettwanderung

vom Plansee nach Mühl-Urisee (Reutte)

14. August 2003

Plansee-Kuhklause 3,7 km und 233 m Steigung

Kuhklause - Urisee 5,0 km und 220 m Steigung und 432 Gefälle

Die heißeste Nacht, so um die 28 Grad Celsius, verlangte nach Abkühlung. Ich habe mich nach Plansee (A) (Ort) bringen lassen und bin über den Altenbergweg (1200 m) zur Kuhklause gewandert. Geplant war eine "Bachbettwanderung". Deshalb hatte ich meine einfachen "Winterstiefel", halbhohe alte Schuhe zum Schnüren angezogen. Es macht Spaß, rücksichtslos durch's Wasser waten zu können, denn so ein Bergbach wechselt ständig von einer Bergseite zur anderen seinen Lauf. Nasse Füße in nassen Socken und nassen Schuhen - kein Problem bei diesem warmen Wetter.

Groß ist das Geschiebe des Pöllerbach. Ob das einmal ein Stausee war? 
Neugierig bin ich diesen Bach nach Oben gefolgt. 

     

Von rechts ein kleiner Wasserfall vom Kreidebach.

  

Felsblöcke, zwischen denen das Wasser seinen Weg findet, und immer wieder Gumpen die genau so tief sind wie die dazugehörigen Wasserfälle.

   

Hier die erste, ernsthafte Hürde. Ich muss bis an die Hüften ins Wasser, um hinter den Fels zu gelangen.

   

Geschafft - ein Blick zurück. Ein Gamsbock schüttelt den Kopf und ist schon wieder verschwunden. Eine fantastische Landschaft tut sich auf. Das Wasser fließt förmlich über's Eck und folgt der Gesteinsformation.

     

Wieder öffnet sich die Klamm, Reste eines alten Stauwehr aus Holz  trotzen der Witterung.

  

Und wieder eine Überraschung hinter der nächsten Kurve. Genau im Zusammentreffen mit dem Holzschlagbach hat die Pöller mit einem ca. 3m hohen Wasserfall einen wunderschönen Gumpen mit einer geräumigen Felsaushöhlung ausgehoben. "Es wird doch nicht Regnen?" Der Himmel wird immer dunkler. Der Wasserfall kann umgangen werden, aber ich beschließe, nicht weiter zu gehen, sondern in aller Abgeschiedenheit und Ruhe ein Bad zu gönnen. Einen Blick in den Holzschlagbach - kaum vorstellbar, dass er so viel Wasser führen kann, dass man ihn zum Holzdriften gebrauchen kann - aber wir haben jetzt extremes niedrig Wasser.

 

Das Wasser war ungewöhnlich warm - ich schätze mindestens 18 Grad, denn sonst wäre ich nicht freiwillig hineingestiegen.

Der Gumpen ist so tief, dass ich darin nicht mehr stehen kann. Ein Felsenbad besonderer Schönheit mir allein geschenkt - unbeschreiblich herrlich.

  

Kaum hatte ich mich so richtig abgekühlt, rückte ein mächtiger Donnerhall mir den Kopf zu recht. Ein kurzer Wolkenbruch durchnässte alle Kleidungsstücke und ich fürchtete um meine Kamera. An der Kuhklause habe ich erst einmal alles kräftig ausgewunden. Ist schon praktisch - die Synthetischen Hosen und das Sportshirt waren auch im feuchten Zustand angenehm und waren auf dem Heimweg am Körper beinahe getrocknet.

  

Noch einmal ein Blick zurück. Unter der Buche, die sich den Felsen als Standort ausgewählt hat, um auch bei Hochwasser sicher zu sein, wäre auch eine schöne, tiefere Stelle zum Baden. Dann wieder der Blick in's ungewöhnliche Gsperr.

Die alte Staumauer etwas unterhalb der Kuhklause. Ein Blick durch das Tor. Keine Chance für mich, dort einmal hinunter zu klettern. Auf dem Foto sieht es beinahe harmlos aus, aber das täuscht.

  

Es fing wieder zu regnen an und ich eilte den Weg hinüber zum Urisee, wo mich meine Frau dank Handyverbindung erwartet hat.

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