Diese Seite ist eine Mirror Seite für dein allgäu. Ein Kopieren oder anderweitige Nutzung ist erst nach Zustimmung von Herrn Alfred Vogler getattet, Webmaster der Seite zu den acht Seligkeiten - Füssen. Ich bedanke mich für die selbstlose Überlassung der Nutzungsrechte. Das Original dieser Seite befindet sich hier


PONTIFIKALAMT
zur

CONSECRATIO VIRGINUM

von Doreén Knopf und Michaela Voss
duch den Hwst. H. Diözesanbischof Dr. Viktor Josef Dammerz OSB

14. Juni 2003 
Stadtpfarrkirche "Zu den Acht Seligkeiten" 

Füssen (ms). Aus Anlass einer Jungfrauenweihe (Consecratio Virginum) fand in der Füssener Pfarrkirche Zu den Acht Seligkeiten ein Pontifikalamt mit Bischof Viktor Josef Dammertz statt. Die Kinderkrankenschwester Michaela Voss und die Krankenschwester Doreen Knopf haben für sich diese wenig bekannte Form des gottgeweihten Lebens gewählt.

Nach langer und ausreichender Vorbereitung, bereits 1996 hatten die beiden die ersten Schritte auf diesem Weg gemacht, erneuerten die Kandidatinnen vor dem Bischof und der versammelten Gemeinde ihr Versprechen: Sie wollen bis ans Lebensende am Vorsatz der heiligen Jungfräulichkeit festhalten und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen. Vor dem Bischof kniend erneuerten sie ihren Vorsatz, der ihnen daraufhin die Insignien "Schleier, Ring und Stundenbuch" überreichte.

In seiner Predigt betonte Bischof Dammertz, dass die Menschen selig zu preisen sind, die dem Herrn ihre Hände entgegenstrecken. Michaela Voss und Doreen Knopf würden gerade durch ihre berufliche Tätigkeit ein deutliches und hervorragendes Zeugnis geben, wenn sie dabei den ihnen anvertrauten Menschen die Liebe Gottes nahe bringen. Er wünschte den beiden, dass Jesus Christus sie auf ihrem Weg führen möge, auf dem Weg, den jeder für sich selbst wählt. Nach dem Festgottesdienst hatten die Gottesdienstbesucher bei einem kleinen Stehempfang auf dem Kirchplatz ausreichend Gelegenheit, mit dem Bischof ins Gespräch zu kommen.

Aus der Allgäuer Zeitung / Füssner Blatt Mittwoch, 18. Juni 2003 - Nr. 138 

  

Nach einer langen Vorbereitungszeit und strengen Exerzitien ist der Augenblick gekommen, 
Euer "Ja" zum heiligen jungfräulichen Leben vor der Öffentlichkeit zu bekennen.

Rede Herr, dein Diener hört. "Der Herr ist mein Licht und mein Heil"

Neun Priester umrahmten den Gottesdienst Ihres Bischofs.

Michaela Voss (kleines Bild rechts oben) und Doreen Knopf (kleines Bild links oben) liegen ausgestreckt vor Bischof Viktor Josef Dammertz (Bildmitte) auf dem Boden vor dem Altar: Ein Zeichen der Demut und der Hingabe, des "Sich-in-Gott-fallen-lassens". Foto: Manfred Sailer

Seid Ihr bereit, bis ans Lebensende am Vorsatz der heiligen Jungfräulichkeit festzuhalten 
und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen?

   

Seid Ihr bereit, Euch durch die Jungfrauenweihe unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes, 
auf immer zu verbinden?

Voll Freude nimmt die Kirche Euer Versprechen entgegen. Dank sei Gott dem Herrn.

  

Ihr habt das Licht, das von der Osterkerze, dem Symbol für Christus, ausgegangen ist, empfangen. Als äußerliches Zeichen des Lichts, welches in nun noch heller in Euren Herzen brennt, tragt Ihr Eure Brautkerzen feierlich in die Welt hinaus.

Familienfotos, ein kleines Stück eingefrorene Zeit.

  

Die Kindergartenkinder freuten sich, Hwst. H. Bischof Dr. Viktor Josef Dammerz OSB kennen zu lernen.

  

Eine besondere Freude war es unseren Ordensschwestern, wieder einmal eine Jungfrauenweihe erleben zu können.

Euer Ja ist ein Ja - und damit es Euch immer in Erinnerung bleibt, überreichte der Bischof Urkunden.

"Ich bin dem vermählt,
dem die Engel dienen und
dessen Schönheit Sonne und Mond bewundern."

(Aus dem Ritus der Jungfrauenweihe) So steht es auf der Urkunde, die wir durch unserem Hwst. H. Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz zur Jungfrauenweihe überreicht bekamen.
Mit übergroßer Freude und Dankbarkeit schauen wir auf den 14. Juni zurück. So viele, liebe Menschen haben  dazu beigetragen, dass er zum schönsten Tag unseres Lebens wurde.

Unser besonderer Dank gilt Hr. Pfr. Schneider, der uns hier, in der Pfarrei die Weihefeierlichkeiten ermöglicht hat. Die Triduumsgottesdienste haben uns so sehr bereichert und die Vorbereitung zu einer verlängerten Festzeit werden lassen!
Der Pfarrgemeinderat hat uns in allem unterstützt und den gelungenen Sektempfang nach der Kirche vorbereitet. (der allgemein großen Anklang fand)
Frau Voss (Mutter von Sr. Michaela) hat dem Gottesdienst einen würdigen Rahmen geboten, durch den grandiosen Blumenschmuck.
Frau Schumann begleitete uns an den Altar und hat bei den Festvorbereitungen mit unermüdlichem Eifer mitgeholfen.
Familie Vogler und auch Frau Wöllert danken wir für ihren unermüdlichen Einsatz, mit dem sie alle Feierlichkeiten vielfältig unterstützt haben.
Frau Läubin war uns eine große Hilfe und auch dem Kindergarten danken wir von Herzen, für die liebe Begrüßung nach der Kirche.
Herr Sailer hat mit Herrn Vogler Fotos gemacht, wofür wir sehr dankbar sind, da uns der bestellte Fotograf im Stich gelassen und vergessen hat.
Herrn Nawara, der ganz unauffällig, aber mit vollem Engagement gefilmt hat, den Organisten, Solisten, Ministranten, denen, die für uns so viel gebetet haben und einfach Allen: ein ewiges „Vergelt´s GOTT“ 

Über allem aber steht unser HERR JESUS CHRISTUS, dem wir Lob und Dank schulden, für die überreichen Gnaden, die ER uns in der Jungfrauenweihe geschenkt hat!

"Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben, am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er ist vor aller Schöpfung, in IHM hat alles Bestand." Kol 1,12; 17

Doreén + Michaela

In den Kindern wohnt das Glück Gottes inne. Nur wer das größere Glück gefunden hat, kann mit fröhlichem Herzen den Weg der Jungfräulichkeit gehen.

Zerreißt nicht eure Kleider - zerreißt euer Herz! Ein zerknirschtes Herz, wirst du, Gott, nicht verschmähen.

Hochwürdigster Herr Bischof, 
verehrte Geistlichkeit,
liebe Gäste, und nicht zuletzt, 
sondern ganz besonders liebe Doreén, liebe Michaela!

Aus ganzem Herzen freue ich mich, dass wir heute eure Jungfrauenweihe erleben durften! 
Ihr seid ein Zeichen für unsere Zeit!
- Ein Zeichen, dass es mehr gibt, als nur das, was der Mensch hier auf Erden erstrebt
- Ein Zeichen, dass Gott wirklich alles sein kann und möchte, für einen Menschen
- Ein Zeichen, dass man auch über viele Jahre ein Ziel haben kann, für das es sich lohnt, treu zu  sein und das man umso mehr ersehnt, als es noch unerreichbar scheint und für das man alle Schwierigkeiten meistert, weil es so wertvoll ist.
- Ein Zeichen, dass gottgeweihtes Leben nie unmodern wird, im Gegenteil – ihr begeistert die Menschen neu für diese Gnade.

Ihr seid ein Zeichen, dass Gott seine Kirche nicht vergisst, denn es gibt einen Spruch, den jeder kennt: „Jedes Kind, das geboren wird, bringt von Gott die Botschaft mit, dass er noch nicht an der Menschheit verzweifelt ist, sondern sie immer noch liebt.“
Ich will das etwas abwandeln: „Jeder gottgeweihte Mensch bringt von Gott die Botschaft mit, dass er noch nicht an seiner Kirche verzweifelt ist, sondern sie in Ewigkeit trägt und liebt!“
Ihr seid ein Zeichen, dass es sich lohnt, für Gott alles zu lassen, um alles zu gewinnen in IHM
.
Ihr seid ein Zeichen, dass es verbindliche Entscheidungen gibt und braucht, in einer Welt, die immer nur „vielleicht“ sagt, aber nur noch selten „ja“
Ihr seid ein Zeichen, dass ein jungfräuliches Leben auch heute noch möglich ist und dass es nicht in erster Linie aus Verzicht besteht, sondern ihr zeigt uns, dass jungfräuliches Leben zuerst ein Geschenk Gottes ist, das Freude und Erfüllung bringt.

Ihr seid in vieler Hinsicht ein Zeichen!

Vielfach könnte ich noch fortfahren, doch lange Reden sind allgemein nicht so beliebt. Deshalb möchte ich euch einfach noch mal sagen, dass Vroni und ich dankbar sind, dass uns Gott zwei Töchter geschenkt hat, die ein Zeichen sind, für uns und für viele! Du weißt, Doreén, dass Du für uns wie eine Tochter bist und bleibst!
So danken wir heute zuerst GOTT und dann auch all denen, die euch auf eurem Weg begleitet haben und noch begleiten.
Im Gebet wollen wir uns gegenseitig weitertragen und den VATER im Himmel preisen, für alle Gnade, die uns täglich neu geschenkt ist!
Wenn ich ein Pfarrer wäre, würde ich jetzt „Amen“ sagen, um zu schließen.

Als euer Papa und auch im Namen von Mama will ich euch einfach segnen 
für euren Lebensweg und in dieser Freude das Glas erheben 
auf den Geber aller Gaben, den Herrn.

Herzlichen Dank an Manfred Sailer, der viele Bilder beigesteuert hat.

Jungfrauenweihe

Wenig bekannt ist sie, doch es gibt sie auch im Bistum Basel: die Jungfrauenweihe, die vom II. Vatikanischen Konzil wieder entdeckt wurde. Sie wird von Frauen gelebt, die ihr Leben Gott geweiht haben. Der Sinn ihrer Jungfrauenweihe ist die Ausrichtung ihres Lebens auf Christus hin, in dem sie auch allen Mitmenschen geschwisterlich verbunden sind. Diese Frauen leben unerkannt in der Welt, oft in sozialen Berufen. Ihre Liebe zu Christus leben sie in der frohen Gottverbundenheit des Gebetes und des Daseins für die Mitmenschen.

Im Bistum Basel haben bereits über ein Dutzend Frauen diese Jungfrauenweihe abgelegt. Acht von ihnen trafen sich am 1. Adventssonntag in Solothurn mit Weihbischof Martin Gächter und Bischof Kurt Koch. Sie beschlossen, ein kleines Flugblatt auszuarbeiten. Damit möchten sie auf ihren Lebensweg aufmerksam machen, für den es in unserer Zeit nicht gerade grosses Verständnis gibt. Doch sie sind keineswegs scheue "Jumpfere" sondern aus ihrer Verbundenheit mit Gott glückliche und beglückende Frauen mitten in unserer Welt.

Weihbischof Martin Gächter
Solothurn, den 06. Dezember 2002

Eheliche und jungfräuliche Liebe bleiben aufeinander verwiesen: Die göttliche Liebe, aus der die Jungfräulichkeit lebt, wird im Bild ehelicher Gemeinschaft erfasst. Für die Ehe ist die jungfräulich gelebte Liebe zu Christus eine Darstellung des Geheimnisses, in dem letztlich auch eheliche Treue gründet (vgl. Eph 5,32. Die Gebete zur Jungfrauenweihe (Pontificale Romanum) sprechen von denen, "die nicht anstreben, was in der Ehe geschieht, sondern lieben, worauf die Ehe hinweist" [… nec imitarentur, quod nuptiis agitur, sed diligerent, quod nuptiis praenotatur]).

Aus der Satzung der Bayrischen Benediktinerkongregation 2000

Die Weihe der Jungfrauen, die Eremiten und die Witwen

7. Grund zu Freude und Hoffnung ist es zu sehen, das die bereits seit der apostolischen Zeit in den christlichen Gemeinden bezeugte alte Weihe der Jungfrauen heute wiederaufblüht. Durch ihre Weihe durch den Diözesanbischof erwerben sie eine besondere Bindung an die Kirche, deren Dienst sie sich widmen, auch wenn sie weiter in der Welt bleiben. Allein oder in Gemeinschaft stellen sie ein besonderes eschatologisches Bild von der himmlischen Braut und dem zukünftigen Leben dar, wenn die Kirche endlich die Liebe zu ihrem Bräutigam Christus in Fülle leben wird. Die als Eremiten lebenden Männer und Frauen, die alten Orden oder neuen Instituten angehören oder auch unmittelbar vom Bischof abhängig sind, bezeugen mit ihrer inneren und äußeren Trennung von der Welt den vorläufigen Charakter der Gegenwart und beweisen durch Fasten und Buße, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt, sondern vom Wort Gottes (vgl. Mt 4,4). Ein solches Leben »in der Wüste« ist eine Aufforderung an den Nächsten und zugleich an die kirchliche Gemeinschaft, niemals die höchste Berufung aus den Augen zu verlieren, nämlich immer beim Herrn zu sein. Heute wird auch wieder die schon zur Zeit der Apostel bekannte (vgl. 1 Tim 5,5.9-10; 1 Kor 7,8) Weihe der Witwenvollzogen sowie jene der Witwer. Durch das Gelöbnis ewiger Keuschheit als Zeichen des Reiches Gottes heiligen diese Personen ihren Stand, um sich dem Gebet und dem Dienst an der Kirche zu widmen.

NACHSYNODALES APOSTOLISCHES SCHREIBEN
VITA CONSECRATA

VON PAPST JOHANNES PAUL II.
AN DEN EPISKOPAT UND DEN KLERUS,
AN DIE ORDEN UND KONGREGATIONEN,
AN DIE
GESELLSCHAFTEN DES APOSTOLISCHEN LEBENS,
AN DIE SAKULARINSTITUTE UND AN ALLE GLAUBIGEN
UBER DAS GEWEIHTE LEBEN UND SEINE SENDUNG
IN KIRCHE UND WELT

Aus dem Ponteficale  Die Jungfrauenweihe 

Zurück zur Übersicht aller Wegbeschreibungen oder zu den Ausflügen von "dein-allgaeu.de"

Startseite der Wanderungen von A.Vogler durch das schöne Allgäu